Worauf Sie bei der Urlaubsplanung achten sollten



Raus aus dem Alltag, rein in eine Zeit der Abwechslung, der neuen Eindrücke, der Erholung. Man freut sich aufs Meer oder auf die Berge, auf viele Entdeckungen, auf ein interessantes Rundreiseprogramm. Mal bereitet man sich vor auf Zeitverschiebungen, ein anderes Klima, viel Sport. Auch die Gesundheit spielt eine Rolle bei der Reisevorbereitung!

Urlaub vorbereiten: Dabei helfen Urlaubs oder Reise-Checklisten, die auch im Internet zu finden sind. Neben Reiseunterlagen, Reisezubehör Körperpflege etc. wird stets die Reiseapotheke genannt. Wir sagen Ihnen, was und wieviel für die Diabetesbehandlungen das Reisegepäck gehört und wie sich Menschen mit Diabetes auf ein Reisen ohne besondere Störungen vorbereiten können.

Die Reiseapotheke
Wenn man sich schon einige Zeit vor Reisebeginn eine Liste mit alldem gemacht hat, was man zur Kontrolle und Behandlung des Diabetes benötigt, dann wird beim Packen nichts vergessen. Immer gehören alle Utensilien zum Blutzuckermessen ins Gepäck, auch das Tagebuch zum Protokollieren und sicherheitshalber Ersatzbatterien für das Meßgerät.Von der üblichen Behandlung und von der Reisedauer hängt es ab, wie viel man an Medikamenten mit nimmt - also an Insulin, an In Injektionsmaterialien und/oder an Tabletten. Wie bei den Utensilien zum Blutzuckermessen ist es auch bei allen Medikamenten empfehlenswert, von allem am doppelt so viel wie unbedingt erforderlich mitzunehmen.

Wichtiges Handgepäck!
Mit Insulin behandelte Diabetiker nehmen zur Hypoglykämiebehandlung genügende Mengen an Traubenzucker mit, am besten auch ein Glucagon-Notfallset. In den Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft heißt es: Bei Flugreisen gehören ins Handgepäck Insulin, Pen, bzw. Spritzen, Nadeln, Stechhilfen, Meßgerät und Meßstreifen, Diabetestagebuch und ein Diabetiker-Ausweis in der Landessprache sowie Glucagon-Ampullen; man hat alles schnell zur Hand, Insulin kann nicht im Frachtraum gefrieren, bei Verspätung oder Verlust des Koffers gibt es keine Versorgungsprobleme.
Apropos Fliegen: Da bei den Kontrollen und beim Zoll Flüssigkeiten und spitze, scharfe Gegenstände in Frage gestellt werden können, solle man eine aktuelle, in englischer Sprache geschriebene, verständliche Bescheinigung über deren Notwendigkeit dabei haben.
(Download der „Ärztlichen Bescheinigung“ wird unter www.diabetes-journal.de bereitgestellt).

Langstrecken: größere Zeitverschiebungen
Bei Langstreckenflügen über mehrere Zeitzonen kommt es zu deutlichen Zeitverschiebungen. Geht der Flug nach Westen, verlängert sich der Tag; beim Flug nach Osten kommt es zu einer Verkürzung des Tages. Zur notwendigen individuellen Anpassung der Insulinbehandlung kann man sich an den allgemein gefaßten Leitlinien orientieren; dort steht fast wörtlich:

Anpassung der Insulintherapie an den Flugplan

  • Generell ist es empfehlenswert, bis zum Erreichen des Zielortes die gewohnte Zeitzonenzeit beizubehalten.
  • Nach Eintreffen am Zielort stellen sie die Uhr auf die Ortszeit um und passen den Tagesablauf sogleich an die neue Ortszeit an.
  • In den ersten Nächten am Zielort besteht ein deutlich erhöhtes Hypoglykämierisiko, führen sie daher nächtliche Blutglukosekontrollen durch.

Westflug

  • Bis zu 4 Stunden: Zeitzonenverschiebung mit kurzwirksamen Insulinpräparaten ausgleichen (prandiales Insulin).
  • Über 4 Stunden: Zusätzliche Basalinsulingabe zwischenschalten (ca. 1 I.E. je Stunde Zeitverschiebung bei mittlerem Insulinbedarf).

Ostflug

  • Die Dosis des zu dieser Tageszeit passenden Basalinsulins um 50 Prozent je 6 Stunden Zeitverschiebung reduzieren.
  • Prandiales Insulin unverändert lassen.

Nützliche Papiere
In Manchen Situationen wie beim Zoll können Schriftstücke, Dokumente und Bescheinigungen hilfreich sein- zum Beispiel:

  • Gesundheitspass Diabetes
  • Blutzuckerprotokoll
  • Diabetikerausweis in Deutsch, Englisch und in der Landessprache der Zieldestination
  • Ärztliche Auflistung der benötigten Medikamente
  • Impfausweis
  • Ärztliche Bescheinigung zur Vorlage beim Zoll
  • Auslandskrankenschein mit Notrufnummern
  • Auslandskrankenversicherung
  • Reiseversicherung


Quelle: Diabetes Journal 06/2010